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Best Practices für die Nutzung des Screening-Assistenten

Wie man großartige Kriterien formuliert und sein Screening skaliert – bei vollständiger menschlicher Kontrolle.

Heute aktualisiert

Der Screening-Assistent unterstützt Recruiting-Teams bei einem der zeitaufwendigsten Teile des Recruiting-Prozesses: dem Screening von Kandidat*innen in der Anfangsphase.

Er prüft Bewerbungen anhand der von dir festgelegten Jobkriterien und zeigt auf, wie jede*r Kandidat*in deine Anforderungen erfüllt. Das hilft dir, Kandidat*innen schneller und konsistenter zu screenen, während dein Team die volle Kontrolle über die Entscheidungen behält.

Dieser Leitfaden enthält Best Practices für die effektive und verantwortungsbewusste Nutzung des Screening-Assistenten, einschließlich Tipps für das Verfassen guter Screening-Kriterien.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Skalierbarkeit von Anfang an einplanen. Verwende vordefinierte Jobvorlagen, um eine konsistente Screening-Logik für alle Recruiter*innen und Rollen sicherzustellen.

  • Formuliere klare, präzise und nachprüfbare Kriterien. Schreibe Anforderungen, die die KI aus der Bewerbung eines*einer Kandidat*in identifizieren kann, anstatt dich auf subjektive oder persönliche Merkmale zu konzentrieren.

  • Behalte das menschliche Urteilsvermögen im Mittelpunkt. Der Screening-Assistent unterstützt deine Entscheidungsfindung; er ersetzt dich nicht. Das Recruiting-Team behält die Kontrolle, indem es die Kriterien überprüft, die Ergebnisse kontrolliert und die endgültigen Einstellungsentscheidungen trifft.

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Plane für Skalierbarkeit

Du kannst für jeden Job eigene Screening-Kriterien festlegen. Wenn du jedoch mehrere ähnliche Rollen besetzt – heute oder in Zukunft –, helfen dir Jobvorlagen dabei, beim Wachstum konsistent zu bleiben.

Vorlagen ermöglichen es dir, Kriterien rollenübergreifend wiederzuverwenden, wodurch das Screening von Kandidat*innen schnell, vorhersehbar und bei wachsendem Einstellungsvolumen einfach zu verwalten ist.

Nutze Jobvorlagen, um:

  • Zeit zu sparen, wenn du skalierst. Lege Kriterien einmal in einer Vorlage fest, um sie automatisch auf alle neuen Jobs anzuwenden, die aus dieser Vorlage erstellt werden.

  • Konsistente Entscheidungen zu unterstützen. Gemeinsame Kriterien stellen sicher, dass Recruiter*innen und einstellende Manager*innen Kandidat*innen nach denselben Standards für dieselbe Rolle an verschiedenen Standorten oder in verschiedenen Abteilungen bewerten.

  • Die Kontrolle von einem zentralen Ort zu behalten. Vorlagen dienen als zentrale Informationsquelle – alles Nötige steht dort (Single Source of Truth). Die Aktualisierung von Kriterien auf Vorlagenebene stellt sicher, dass zukünftige Jobs derselben Screening-Logik folgen.

Den Screening-Assistenten in einer Jobvorlage aktivieren

2. Klicke auf das Bearbeiten-Icon neben der Vorlage, die du aktualisieren möchtest.

3. Wähle links den Tab Prozess.

4. Scrolle nach unten zum Abschnitt Screening-Assistent und klicke auf Aktivieren.

Wenn der Screening-Assistent bereits aktiviert ist, kannst du im selben Abschnitt auf Bearbeiten klicken, um deine Kriterien zu aktualisieren.

📌 Hinweis:

  • Änderungen an einer Jobvorlage werden nicht automatisch auf Jobs übertragen, die bereits live sind. Um neue Kriterien zu einem bestehenden Job hinzuzufügen, musst du die Einstellungen dieses Jobs manuell aktualisieren.

  • Änderungen an den Kriterien gelten nur für neue Kandidat*innen. Dies hilft dabei, klare und nachvollziehbare Ergebnisse für diejenigen zu bewahren, die bereits gescreent wurden.

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Effektive Screening-Kriterien schreiben

Stell dir vor, du führst das Onboarding eines*einer neuen Recruiter*in durch. Wenn du ihm*ihr eine Checkliste gibst, auf der einfach nur steht „Finde die besten Kandidat*innen“, werden wahrscheinlich noch Rückfragen auftreten: Woran erkenne ich, ob jemand diese Anforderungen erfüllt? Worauf soll ich im Lebenslauf achten?

Der Screening-Assistent funktioniert genauso, nur dass er keine Klärungsfragen stellen kann. Er stützt sich vollständig auf die Kriterien, die du ihm gibst.

💡 Ein allgemeiner Leitfaden: Definiere Screening-Kriterien gemeinsam mit den einstellenden Manager*innen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich alle einig sind, was „qualifiziert“ für die Rolle bedeutet, und spätere Korrekturen werden vermieden.

Jede Anforderung sollte überprüfbar sein und mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ auf der Grundlage von Fakten aus der Bewerbung der Kandidat*innen beantwortet werden können. Wenn eine Anforderung Interpretationsspielraum lässt, können die Ergebnisse widersprüchlich sein.

Konzentriere dich auf die Must-haves

Der Screening-Assistent ist am effektivsten darin, überprüfbare Fakten in der Bewerbung eines*einer Kandidat*in hervorzuheben und dir so bei der Organisation deines Beurteilungsprozesses zu helfen.

Konzentriere deine Kriterien auf die wichtigsten Anforderungen für die Rolle, wie z. B. erforderliche Erfahrung oder spezifische Zertifizierungen, und lass den Screening-Assistenten die Basisprüfungen übernehmen. Auf diese Weise kannst du deine Zeit für die tiefergehenden Bewertungen nutzen, die später im Prozess stattfinden.

💡 Frage dich: Ist dies eine Grundvoraussetzung für die Rolle?

Nur eine Anforderung pro Kriterium

Jedes Kriterium sollte eine einzelne Anforderung bewerten.

Die Kombination mehrerer Anforderungen erschwert klare Ergebnisse, insbesondere wenn ein*e Kandidat*in eine Anforderung erfüllt, eine andere aber nicht.

💡 Ein allgemeiner Leitfaden: Wenn dein Kriterium mehrere „und“-Aussagen enthält, sollte es wahrscheinlich aufgeteilt werden.

Anstatt: „Erfahrung in Social Media und E-Mail-Marketing.“

Versuche: „Erfahrung in der Verwaltung von Social-Media-Konten“, „Erfahrung in der Planung und Durchführung von E-Mail-Marketing-Kampagnen“.

Sei klar und präzise

Wörter wie „stark“, „fachkundig“ oder „erfahren“ bedeuten für jeden etwas anderes.

Gut geschriebene Kriterien sind so genau, dass jede*r Bewerter*in zum selben Ergebnis wie der Screening-Assistent kommen würde.

💡 Frage dich: Könnten zwei Personen dies unterschiedlich interpretieren?

Wenn ja, konkretisiere es:

  • Füge Zeitrahmen hinzu („3+ Jahre“ statt „erfahren“)

  • Nenne spezifische Tools („Angular“ statt „Frontend-Frameworks“)

  • Verwende Zahlen („Team von 10 Personen“ statt „großes Team“)

Anstatt: „Verfügt über Führungsqualitäten.“

Versuche: „Hat ein Team von mehr als 5 Mitarbeitenden geleitet.“

Anstatt: „Hat Vertriebserfahrung.“

Versuche: „Hat über 3 Jahre Erfahrung im B2B-SaaS-Vertrieb.“

Anstatt: „Fundierte Kenntnisse in Angular.“

Versuche: „Hat über 5 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von UI-Funktionen mit Angular.“

Verwende Kriterien, die du anhand der Bewerbung überprüfen kannst

Der Screening-Assistent prüft die folgenden Unterlagen der Kandidat*innen:

  • Lebenslauf

  • Anschreiben

  • Antworten auf Auswahlfragen

Die effektivsten Kriterien sind solche, die eindeutig aus diesen Quellen hervorgehen: Fähigkeiten, Zertifizierungen, Tools oder relevante Erfahrung.

💡 Frage dich: Könnte ich das überprüfen, ohne mit dem*der Kandidat*in zu sprechen?

Wenn die Antwort nein lautet, ist es wahrscheinlich nicht für das KI-Screening geeignet.

Was gut funktioniert

✅ „Hat Erfahrung mit Ruby on Rails oder anderen Backend-Technologien wie Python, Java oder PHP.“

✅ „Hat über 3 Jahre Erfahrung im B2B-Kampagnenmanagement.“

✅ „Besitzt eine CIPP/E-Zertifizierung.“

Was du dir für die menschliche Prüfung aufheben solltest

❌ „Hat eine ausgeprägte Problemlösungsmentalität.“

❌ „Zeigt Führungspotenzial.“

❌ „Ist ein Culture Add.“

Diese Punkte lassen sich später im Prozess am besten von Menschen beurteilen.

Vermeide Kriterien, die zu Vorurteilen führen können

Der Screening-Assistent markiert automatisch Kriterien, die zu Voreingenommenheit oder rechtlichen bzw. Compliance-Bedenken führen könnten. In diesem Fall siehst du eine Warnung mit der Aufforderung, die Anforderung zu prüfen und anzupassen, bevor du sie speicherst.

Vermeide Kriterien, die auf persönlichen Merkmalen basieren, wie zum Beispiel:

  • Alter

  • Ethnische Herkunft

  • Geschlecht oder Geschlechtsidentität

  • Familienstand

  • Nationalität

Diese stehen in keinem Zusammenhang mit der Arbeitsleistung und könnten qualifizierte Kandidat*innen ausschließen.

💡 Frage dich: Ist dies eine Anforderung für den Job oder eine Beschreibung einer Person?

Kriterien, die beschreiben, wer jemand ist, führen oft zu Voreingenommenheit. Konzentriere dich darauf, was die Kandidat*innen tun müssen.

Beispiele

Vermeiden

Voreingenommenheitsart

Stattdessen verwenden

„Unter 30 Jahre alt.“

Alter

„Kandidat*in hat mehr als 3 Jahre relevante Erfahrung in [Rolle/Branche].“

„Deutsch als Muttersprache.“

Nationalität

„Deutschkenntnisse auf Niveau C1/C2.“

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Behalte das menschliche Urteilsvermögen im Mittelpunkt

Der Screening-Assistent beschleunigt den Screening-Prozess, indem er zeigt, wie viele Kriterien jede*r Kandidat*in erfüllt.

Er trifft keine Recruiting-Entscheidungen für dich, führt keine eigenständigen Aktionen aus (wie das Verschieben von Kandidat*innen) und kann keine faire und unvoreingenommene Auswahl garantieren. Du behältst bei jedem Schritt die Kontrolle.

Die goldene Regel: Jede*r Kandidat*in sollte dennoch von einem Menschen geprüft werden.

Deine Rolle beim verantwortungsbewussten Screening

  • Überprüfe deine Kriterien. Stelle sicher, dass die Anforderungen berufsbezogen sind und auf überprüfbaren Fakten basieren, nicht auf persönlichen Merkmalen.

  • Nutze Ergebnisse zur Priorisierung, nicht zur Disqualifizierung. Nutze die Screening-Ergebnisse, um zu entscheiden, welche Profile du zuerst prüfst. Vermeide es, diese Ergebnisse als strikte Ausschlusskriterien zu nutzen, um Kandidat*innen auszuschließen (z. B. alle abzulehnen, die weniger als drei Anforderungen erfüllen).

  • Überprüfe Ergebnisse im Kandidatenprofil. Öffne immer das Profil des*der Kandidat*in, um die Details hinter einem Screening-Ergebnis zu prüfen. Vermeide es, Entscheidungen nur anhand der Pipeline-Übersicht zu treffen.

  • Korrigiere bei Bedarf. Du kannst ein Ergebnis manuell bearbeiten und ändern, wenn du denkst, dass es falsch oder unvollständig ist. Deine Entscheidung hat immer Vorrang.

Weitere Informationen findest du in unseren Hinweisen zur verantwortungsvollen Nutzung.

💡 Tipp: Während der Screening-Score (z. B. 3/4) bei der Priorisierung helfen kann, kannst du ihn in der Pipeline-Ansicht ausblenden. Einige Teams tun dies, um sicherzustellen, dass das Recruiting-Team das vollständige Profil eines*einer Kandidat*in prüft, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

So blendest du den Score aus:

1. Klicke auf das Icon Pipeline anpassen neben + Kandidat*innen hinzufügen.

2. Deaktiviere Screening-Score.

Dieser optionale Schritt hilft, voreilige Urteile zu vermeiden, und unterstützt einen gründlichen, ordnungsgemäßen und nachvollziehbaren Screening-Prozess.

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